Zielgruppe

Männliche Kinder und Jugendliche im Alter vom 6. bis 16. Lebensjahr bei Aufnahme.
Es handelt sich um junge Menschen, die durch besondere dissoziale Verhaltensweisen geprägt sind. In der Regel liegen mehrfach gebündelt auftretende Auffälligkeiten und Störungsbilder vor. Eine intensive, flexible und auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmte Unterstützung soll die Kinder und Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen, sozial vertretbaren Lebensgestaltung führen.

Aufnahmegründe:

  • Störungen und / oder Probleme im Bezugs- und Familiensystem
  • Störungen der Beziehungsfähigkeit (auch Gruppenunfähigkeit)
  • Entwicklungsstörungen / Integrationskonflikte
  • Reaktive Störungen auf Grund familiärer Belastungen
  • Verhaltensstörungen / emotionale Störungen
  • Seelische Behinderung
  • Jugendpsychiatrische Krankheitsbilder
  • Störungen im Bereich der Intelligenz, dem Sozial-, Arbeits- und Leistungsverhalten / Schulverweigerung
  • Traumafolgestörungen
  • Delinquentes Verhalten / Gewaltaffinität
  • Neigung zur Selbst- und / oder Fremdgefährdung
  • Suchtmittelmissbrauch oder -abhängigkeit nach erfolgter Entgiftung und Bereitschaft zu therapeutischer Begleitung
  • Schwierig in andere Angebote der Jugendhilfe zu integrierende Kinder und Jugendliche

Rechtsgrundlage:

SGB VIII: §8a (gemäß der Vereinbarung mit dem Jugendamt und der entsprechenden Nutzung des Meldebogens) §34, §35, §35a, §41

JGG: §71/2, §72/4

SGB XII: §§53/54 (in besonderen Fällen, zeitl. befristet)

Pädagogische und therapeutische Zielstellung:

  • Strukturierung des Alltags
  • Überwindung / Milderung von Störungen und Entwicklungsdefiziten bei der emotionalen, psychosozialen, kognitiven und physischen Entwicklung
  • Entfaltung der Persönlichkeit
  • Unterbrechung oder Vermeidung negativer Karrieren
  • Schulische und / oder berufliche Integration
  • Erhalt und Entwicklung wichtiger Bezüge außerhalb der Familie
  • Soziale Integration
  • Entwicklung eines eigenen tragfähigen Lebensentwurfs und eines reellen Selbstbildnisses
  • Förderung einer gesunden Identitätsentwicklung (inkl. der sexuellen Identität)
  • Unterstützung der Kinder bei ihrer sexuellen Selbstbestimmung und dem verantwortungsvollen Umgang damit gemäß dem oben beschriebenen Sexualpädagogischen Konzepts des ASF
  • Schutz und Sicherheit für das physische und psychische Wohlbefinden
  • Erwerb alltagspraktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Erlernen konstruktiver Kommunikations- und Auseinandersetzungsformen
  • Erarbeitung adäquater Konfliktlösungsstrategien

Methodische Grundlagen

  • Umsetzung einer klaren und grenzsetzenden Erziehungsstrategie mit der notwendigen Konsequenz und einer wertschätzenden Grundhaltung
  • Beziehungsangebot mit emotionaler Berechenbarkeit und Sicherheit
  • Strukturierung des Tagesablaufs unter Berücksichtigung freier Entfaltungsmöglichkeiten
  • Praktische Orientierung in der Lebenswelt mit dem Alltag als Lernfeld
  • Sozialtherapeutische Ansätze
  • Verhaltenstraining unter Verwendung von Methoden aus der kognitiven Verhaltenstherapie u.a. auch mit Einsatz eines Verstärkerprogramms
  • Systemisches Arbeiten (Unterstützung in der Eltern- und Familienarbeit)
  • Ressourcen- und lösungsorientiertes Arbeiten
  • Erlebnispädagogische Settings
  • Traumapädagogische Begleitung
  • Konfrontative und deliktbezogene Arbeit nach Erkenntnissen u.a. aus dem „Anti-Gewalt-Training Magdeburg®“
  • Partizipation durch Beteiligung der Kinder und Jugendlichen am Hilfeverfahren und an der Mitgestaltung des Alltags (Arbeit mit Gruppensprecher und Ombudsperson) gemäß des Gesamtkonzepts des ASF zur Partizipation

Psychologisches, sozialtherapeutisches und heilpädagogisches Angebot

  • Heilpädagogische Entwicklungsförderung der kognitiven Funktionen (einzeln und in Kleingruppen)
  • Psychomotorik (einzeln und in Kleingruppen)
  • Einzelberatung / Krisenintervention
  • Kleingruppenarbeit mit sozialisierendem Charakter und unterstützendem Verstärkersystem
  • Weiterführende Diagnostik
  • Begleitende externe psychologische Einzeltherapie (systemische und Familientherapie, Gesprächspsycho-, Spiel-, Verhaltens-, Suchttherapie)
  • Intensive Zusammenarbeit mit Fachkliniken, z.B. Fachkrankenhaus Uchtspringe, Bernburg, Kinderpsychiatern und Therapeuten
  • Traumapädagogische Begleitung und Stabilisierung
  • Sozialtherapeutische Arbeit mit gewaltaffinen Klienten (Grundlage bilden hier Elemente aus dem Anti-Gewalt-Training Magdeburg®)
  • Erweiterung der elterlichen Handlungskompetenzen bei Erziehungsfragen, Konfliktsituationen etc. (unter Einbeziehung externer Fachkräfte)
  • Unterstützung in der Gestaltung der Rückführung des Kindes / Jugendlichen oder weiterer Perspektiven
  • Regelmäßige Besuche der Kinder und Jugendlichen in der Familie mit anschließender Auswertung bzw. Nachbereitung

Interne Beschulungs- und Reintegrationsmöglichkeit in unserer Lerntherapeutischen Gruppe und Werkstatt

Für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige mit unterschiedlichen Auffälligkeiten im emotionalen und/oder sozialen Bereich, die die Teilnahme in der Regelschule/Berufsschule/Fördermaßnahme verweigern, vom Unterricht/Bildungsmaßnahme ausgeschlossen sind oder deren Beschulbarkeit gefährdet ist.

Schulangebote der Stadt Wittenberg

Neben traditionellen Schulformen wie Haupt- und Realschule oder Gymnasium bietet die Stadt Wittenberg:

  • Förderschule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche
  • Förderschule für Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen
  • Förderschule mit Ausgleichsklassen
  • Berufsbildende Schulen
  • Besondere pädagogische Leistungen wie schulische Einzelförderung

Zu allen Schulen besteht ein jahrelanger intensiver Kontakt.